„Muhh“ verstehen – Digital füttern mit neuem Tool
26. September 2025
Neues Tool zeigt in Goddelsheim, wie digitaler Stallalltag funktioniert
Wo früher das Bauchgefühl entschied, übernehmen heute Daten und digitale Tabellen: Vergangene Woche wurde auf dem Hof Stracke in Goddelsheim ein digitales Werkzeug für die Fütterung von Rindern präsentiert. Gastgeber Thomas Stracke, der mit seiner Familie rund 130 Milchkühe hält, öffnete Stall und Silos für die Gäste. Staatssekretär Daniel Köfer war persönlich nach Nordhessen gekommen – und betonte: „Das sogenannte Praxistool Fütterungscontrolling in der Rinderhaltung ist angewandte Digitalisierung aus der Praxis für die Praxis.“ Gemeinsam mit dem Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) wurde gezeigt, wie Milchviehbetriebe ihre Fütterung künftig effizienter und nachhaltiger gestalten können.
„Wenn Menschen das Falsche essen, sinkt die Laune – bei Kühen ist es genauso. Sie brauchen keine Abwechslung, sondern Kontinuität“, erklärte Köfer. Futter mache 40 bis 60 Prozent der Betriebskosten aus. „Mit dem Fütterungstool optimieren wir Qualität und Quantität – praxistauglich, ohne großen Aufwand.“ Ziel sei es, Kosten zu senken, Tiergesundheit zu stärken und das Klima zu entlasten.
Im Stall mehr Planungssicherheit
LLH-Berater Arnt Schäfers führte vor, wie das digitale Werkzeug funktioniert: Futterproben werden mit einer sogenannten Schüttelbox geprüft, Silagen mit Sandwich-Technik verdichtet – und am Ende laufen die Daten in ein digitales Dashboard. Dort erscheinen sie als klare Kennzahlen, die sofort zeigen, ob die Ration passt oder angepasst werden muss. „Das Tool schafft Planungssicherheit und ist auch ideal für die Ausbildung – Lehrlinge können ganz praktisch berechnen, wie lange ein Silohaufen als Futter reicht“, sagte Arnt Schäfers.
Stracke setzt bereits seit einiger Zeit auf ein konsequentes Controlling. „Wenn Abweichungen auftreten, schaue ich umgehend auf die Daten am Melkroboter zur Trockenmasseaufnahme und Wiederkauaktivität und passe die Ration an – so bleiben die Kühe gesund und die Leistung stabil“, berichtete er. Für ihn ist das System „eine echte Hilfe im Alltag und ein Beitrag, Ressourcen besser einzusetzen“.
Das Praxistool ist digital beschreibbar – am Tablet oder PC, ähnlich wie eine Excel-Tabelle. Es ermöglicht Datenerfassung direkt im Stall und liefert durch hinterlegte Formeln sofort Ergebnisse im Vergleich zu Zielwerten. Auf über 150 Seiten bündelt es praxisnahe Empfehlungen – von hochwertigem Grundfutter über Beispielrationen bis hin zur Beurteilung von Tierwohlindikatoren.
Das Fütterungscontrolling richtet sich nicht nur an aktive Milchviehbetriebe, sondern kann auch in der landwirtschaftlichen Berufsausbildung und Weiterbildung genutzt werden. „Das ist ein spannendes Werkzeug, das nicht nur der täglichen Arbeit dient, sondern auch Wissen vermittelt“, betonte Köfer.
Die Resonanz in Goddelsheim fiel positiv aus: Landwirte zeigten sich interessiert, das digitale Controlling auch in ihren Ställen zu testen, so LLH-Berater Arnt Schäfers. Für Betriebsleiter Stracke selbst steht fest: „Wenn die Kühe satt sind, die Zahlen stimmen und die Milchleistung passt, dann lohnt sich der Aufwand doppelt – für uns und für die Tiere.“ Das Projekt in Goddelsheim gilt als ein Beispiel dafür, wie digitale Hilfsmittel in der Praxis erprobt und weiterentwickelt werden können.
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Unbekannte sind in eine Grundschule eingebrochen und haben Tablets im Wert von mehreren tausend Euro erbeutet. Der Einbruch soll sich nach Polizeiangaben zwischen Freitagabend, 16. Januar, und Samstagnachmittag, 17. Januar, ereignet haben. Wie die Polizei mitteilt, betraten die Täter in dem Ortsteil im Landkreis Kassel mutmaßlich in diesem Zeitraum das Schulgelände. Nach derzeitigem Ermittlungsstand gelangten sie über eine unverschlossene Seitentür in das Schulgebäude. Dort öffneten sie gewaltsam die Tür zum Lehrerzimmer und entwendeten einen Teil der schuleigenen Tablets. Außerdem bauten die Unbekannten in einem Klassenzimmer einen Computerbildschirm ab, ließen diesen letztlich aber in der Schule zurück, laut Angaben der Polizei. Anschließend flüchteten die Einbrecher den bisherigen Erkenntnissen zufolge wieder durch den Seiteneingang in unbekannte Richtung. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und fahndet nach den Tätern. Hinweise zu verdächtigen Beobachtungen im fraglichen Zeitraum rund um die Grundschule in Baunatal-Altenbauna werden von der Polizei entgegengenommen.

Ein Rettungswagen als Gesprächsthema hier, ein Baugerüst als Blickfang dort – dazwischen Schülerinnen und Schüler, die aufmerksam zuhören oder sich zum ersten Mal mit ihrer beruflichen Zukunft auseinandersetzen. In der Wandelhalle Bad Wildungen geht es an diesem Vormittag nicht nur um Informationen, sondern um Eindrücke, Begegnungen und Perspektiven. Der Infotag der Ausbildung bringt junge Menschen und Betriebe aus ganz Waldeck-Frankenberg miteinander ins Gespräch. Rund 50 Unternehmen, Institutionen und Einrichtungen aus nahezu allen Branchen präsentieren ihre Ausbildungs- und Einstiegsmöglichkeiten – vom Handwerk über Industrie, Gesundheit und Hotellerie bis zum öffentlichen Dienst. Organisiert wird der Infotag vom Stadtmarketing Bad Wildungen gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg und der Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg. „Vielleicht geht man heute mal ganz bewusst zu einem Stand, für den man sich eigentlich gar nicht interessiert – und merkt dann, wie spannend dieser Beruf doch sein kann“, sagt Susanne Pitt, zuständig für die Wandelhalle und Organisatorin des Infotags. Genau diese Offenheit sei ihr wichtig. „Alle Gewerke sind vertreten, und die Betriebe kommen aus der gesamten Region.“ Viele Aussteller versuchen, die Schülerinnen und Schüler mit klassischen Werbegeschenken und Aktionen wie Glücksrädern anzusprechen. Von Trinkflaschen über Stofftaschen bis hin zu unzähligen Kugelschreibern sind die Jugendlichen schnell versorgt. Besonders gefragt sind auch die Stände, an denen es etwas zu essen gibt – etwa mit frisch zubereiteten Crêpes. Zusätzlich sollen die Schülerinnen und Schüler mithilfe eines Fragebogens möglichst viele Betriebe gezielt nach deren Ausbildungsprogrammen befragen. Gut angenommen werden Stände, an denen Mitmachen ausdrücklich erwünscht ist. Am Stand des Rettungsdienstes des Deutschen Roten Kreuzes steht eine Übungspuppe bereit, an der die Jugendlichen ausprobieren können, was sie bereits über Wiederbelebung wissen. Johannes Seidl und Lea Kriesten erklären dort anschaulich, wie der Alltag im Rettungsdienst aussieht, welche Anforderungen die Ausbildung stellt und wie viel Verantwortung der Beruf mit sich bringt. Dass gerade der Gesundheitsbereich viele Jugendliche interessiert, liegt auch daran, dass zahlreiche Kliniken und Pflegeeinrichtungen vertreten sind. Viele Schülerinnen und Schüler nutzen die Gelegenheit, sich erstmals einen Überblick zu verschaffen: Welche Kliniken gibt es eigentlich in der Region – und welche Ausbildungswege bieten sie an? Die Zehntklässlerin Lana Becker sagt, sie könne sich gut vorstellen, später in einem Gesundheitsberuf zu arbeiten. Besonders gut finde sie, dass man hier viele Einrichtungen auf einmal kennenlernen könne: „Man arbeitet in der Pflege mit Menschen und hat das Gefühl, wirklich etwas Sinnvolles zu tun.“ Noch nicht alle haben Zukunftspläne Gleichzeitig wird deutlich, dass nicht alle Jugendlichen mit konkreten Ausbildungsplänen in die Wandelhalle gekommen sind. Manche informieren sich gezielt, andere wirken noch unentschlossen. Der Zehntklässler Tim Wagner sagt offen: „Ich weiß ehrlich gesagt noch gar nicht, was ich später machen will. Aber hier sieht man wenigstens mal, was es alles gibt.“ Für ihn sei der Infotag vor allem eine erste Orientierung. Dass genau diese Orientierung wichtig ist, sehen die meisten Aussteller positiv. Gleichzeitig gibt es aber auch kritischere Beobachtungen. Ein Aussteller äußert, dass manche Jugendliche sehr früh auf ein Studium festgelegt seien, ohne sich ernsthaft mit den Möglichkeiten einer Ausbildung auseinanderzusetzen. Zudem gebe es Schülerinnen und Schüler, die den Infotag vor allem als unterrichtsfreien Tag wahrnähmen. „Dann sitzt man hier in der Ecke und wartet, bis die Zeit vorbei ist – dafür ist die Veranstaltung nicht gedacht“, sagt er. Positiv hebt er hervor, dass auch Jugendliche gemeinsam mit ihren Eltern den Weg in die Wandelhalle gefunden hätten. Diese Gespräche seien oft besonders konstruktiv. Für einen besonderen Hingucker sorgt Gerüstbau Kruckow, erstmals überhaupt bei einer Ausbildungsmesse vertreten. Mitten in der Wandelhalle hat das Unternehmen ein hohes Gerüst aufgebaut, das schon von weitem Aufmerksamkeit auf sich zieht. „Wir wollten zeigen, was unseren Beruf ausmacht – Praxis, Höhe und Teamarbeit“, erklärt Lisa Schraps vom Team. Insgesamt nehmen mehr als 550 Schülerinnen und Schüler aus der Region an dem Infotag teil. Vertreten sind unter anderem Klassen des Gustav-Stresemann-Gymnasiums, der Ense-Schule, der Gesamtschule Edertal, der Hans-Viessmann-Schule, der Matthias-Bauer-Schule sowie weiterer Bildungseinrichtungen. Über den Vormittag hinweg entstehen viele Gespräche spontan – oft erst nach dem zweiten oder dritten Stand. „Es geht nicht darum, heute alles festzulegen“, sagt Pitt. „Sondern darum, kennenzulernen, was es hier gibt – und vielleicht einen Gedanken mitzunehmen, der später wichtig wird.“

