Verstecke für die Winterzeit

5. November 2025

Im Garten lässt sich viel dafür tun, dass es Tieren in der kalten Jahreszeit gut geht

Der Rasen wird gerecht, Beete werden freigeräumt, Zweige und Blätter landen in der Biotonne oder im Laubsauger. In vielen Gärten beginnt nun die Zeit der großen Aufräumaktionen. Allzu ordentlich sollte man aber nicht sein, denn aus Sicht der Tierwelt ist das, was für viele Menschen nach Herbstchaos aussieht, überlebenswichtig: Laub, Pflanzenreste und ein paar wilde Ecken bieten Schutz, Nahrung und Unterschlupf für Vögel, Igel, Insekten und viele andere Gartenbewohner, die sich jetzt auf die härteste Zeit des Jahres vorbereiten. Wer ein wenig Natur im Garten lässt, sorgt dafür, dass der Frühling später voll Leben zurückkehrt.

Laubhaufen für Igel und Co.
Heruntergefallenes Laub der Bäume wird am besten zu einem Haufen zusammengefegt oder unter Sträuchern verteilt. So entstehen geschützte Rückzugsorte für Insekten und auch für größere Tiere. „Wenn der Haufen groß, geschützt und noch etwas Reisig darin ist, dann ist er ein natürliches Igelhaus“, erklärt Gartenexpertin Aniela Arnold. Unter der Laubschicht verstecken sich Asseln, Spinnen, Käferlarven und Regenwürmer, die wiederum eine wichtige Nahrungsquelle für Igel und viele Vogelarten sind.
Auch kleine Totholzstapel bringen viel: In ihren Ritzen und Hohlräumen überwintern Insekten, die im Frühjahr für Bestäubung und Bodenfruchtbarkeit sorgen. „Laub wirkt wie eine isolierende Decke und ist gleichzeitig kostenloser Dünger für den Boden“, betont Maik Sommerhage vom NABU Hessen. Motorbetriebene Laubsauger und -bläser sollten hingegen ruhen. „Bei Geräten mit Häckselfunktion werden die Tiere und Insekten im gleichen Arbeitsgang meist sogar noch zerstückelt“, gibt Sommerhage zu bedenken.
Tiere wie Regenwürmer, Spinnen, Asseln, Tausendfüßler, Springschwänze und Milben verwandeln Laub und Pflanzenreste in Humus und dienen Vögeln und anderen Tieren als Nahrung. „Für Igel, Spitzmaus und Erdkröte bietet die Laubschicht einen idealen Schutz vor der Winterkälte. Auch Schmetterlinge, ihre Puppen und viele Nützlinge überwintern gerne unter den wärmenden Blätterhaufen“, erläutert Sommerhage.
Die Laubdecke schützt zudem Blumenzwiebeln vor Frost, sodass Frühblüher wie Krokus und Schneeglöckchen im zeitigen Frühjahr Nahrung für die ersten Insekten liefern. Wer Platz hat, kann das Herbstlaub auch auf dem Kompost sammeln. Das sorgt für wertvollen Humus im nächsten Gartenjahr.

Futter und Schlafplätze für Vögel und Insekten
Verblühte Stauden und trockene Stängel dürfen im Winter im Beet stehen bleiben. Sie sehen vielleicht nicht perfekt aus, sind aber wertvolle Winterquartiere. Viele Insekten überwintern darin als Ei, Puppe oder Larve – später werden sie zur wichtigen Nahrungsquelle für Vögel. 
Vertrocknete Stängel sind deshalb ein echter Gewinn: Dort macht es sich zum Beispiel die Keulhornbiene gemütlich. Sie ist auf heimische Wildstauden angewiesen. „Die Keulhornbiene ist eine Wildbiene, die am liebsten in den Stängeln der Königskerze überwintert“, ergänzt Arnold.

„Auch Mücken überwintern in solchen Stängeln – und so lästig sie im Sommer wirken: Für Vögel sind sie im Winter eine wichtige Beute. Der Rasenmäher kann bis zum Frühjahr außerdem Pause machen. Länger stehendes Gras schützt Insekten vor Frost und bietet Schutz“, erklärt Bernd Hannover vom NABU Waldeck-Frankenberg.
Wer Obstbäume im Garten hat, kann Äpfel oder Birnen liegen lassen. Das Fallobst dient Amseln, Drosseln und anderen Arten als Energiequelle, wenn kaum Futter zu finden ist. Auch der Zugfalter Admiral stärkt sich an heruntergefallenen Früchten, bevor er seine Reise in wärmere Regionen antritt. 
Auch künstliche Futterangebote sind willkommen: Meisenknödel, Futtersäulen mit Sonnenblumenkernen oder energiereiche Fettfutter-Mischungen helfen. Wichtig ist, die Futterstellen regelmäßig zu reinigen.

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31. März 2026
Eigentlich wollten Joshua und Marek Biesenthal nur ein wenig im Internet scrollen, ein paar Preise von Autos vergleichen – nichts Besonderes. Doch dann bleibt Joshua bei einem alten Subaru Libero hängen. Baujahr 1997, ein wenig skurril, ein bisschen Kult. Schnell ist klar: Den Bus wollen sie haben. Was sie damit machen wollen, wissen sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Ideen gibt es viele – bis klar wird: Das, was sie suchen, machen sie längst. In der Scheune des elterlichen Bauernhauses betreiben sie bereits ein Scheunenkino. Warum also nicht beides zusammenbringen? Die Idee: ein Kino, das dorthin fährt, wo sonst keine Leinwand steht. „Wenn wir es jetzt nicht machen, dann machen wir es nie“, erinnert sich Marek. Aus dieser Entscheidung entsteht im Corona-Winter ein Projekt, das heute durch ganz Deutschland reist – und nun am Edersee Station macht. Das sogenannte „SubaLi-Wanderkino“ bringt in diesem Jahr fünf Open-Air-Vorführungen an besondere Orte rund um den Edersee. Hinter dem Projekt stehen der Nationalpark Kellerwald-Edersee, der Naturpark und das Edersee-Marketing. „Der Bus ist zwar klein, aber die Leinwand ist dafür riesengroß – da passen etwa 150 Menschen davor“, sagt Joshua Biesenthal. Wenn das Wanderkino ankommt, dauert es nicht lange, bis aus dem Kleinbus ein Kino wird. Das Dach klappt auf, der Projektor fährt nach oben, die Leinwand wird aufgebaut. Im Inneren des Fahrzeugs steckt die komplette Technik. „Wir kommen an mit einem Projektor, einer Leinwand, Lautsprechern und ganz viel Technik – das ist ziemlich eng“, sagt Joshua. Oft sind sie dabei zu dritt unterwegs und bauen gemeinsam auf. Mit dabei ist bei jeder Tour auch ein fester Begleiter: „Der Teddybär heißt Bruno und ist immer mit dabei und sitzt auf dem Beifahrersitz“, sagt Marek. Vieles im Bus ist selbstgebaut. Marek hat sich vor allem um den Ausbau gekümmert und tüftelt immer wieder an neuen Lösungen. In den vergangenen Jahren waren die Brüder mit ihrem Wanderkino bereits an unterschiedlichsten Orten unterwegs – an Küsten, auf Dorfplätzen oder mitten in der Natur. Am Edersee wird das Konzept gemeinsam mit regionalen Partnern umgesetzt. Der Eintritt ist frei, möglich gemacht durch die Unterstützung mehrerer Sponsoren aus der Region. „Jeder kann einfach mit seiner Decke und einem Kissen vorbeikommen und den Filmabend genießen“, sagt Lisa Brüne vom Edersee-Marketing. „Eines haben alle Filme gemeinsam: Sie erzählen Geschichten mit Bezug zur Region Edersee. Das war uns bei der Planung besonders wichtig. Wir möchten mit dem Programm Jung und Alt ansprechen und haben deshalb eine Mischung aus Familienfilm, Komödie und Dokumentation ausgewählt“, sagt Claus Günther, Geschäftsführer des Edersee-Marketings. Zum Auftakt der Reihe ist am 8. Mai eine Familienvorstellung im Wildtier-Park geplant. Gezeigt wird der Film „Der Lorax“. Bereits vor Beginn gibt es ein Rahmenprogramm. Außerdem stellt Jana Zulauf von der Greifenwarte Edersee einen ihrer Vögel vor. Weitere Stationen des Kinos sind der Schlossgarten in Waldeck, die Kellerwald-Uhr in Frankenau, die Burg Jesberg und die Naturbühne in Bergfreiheit. Typisch für ein Open-Air-Kino beginnt der Film erst bei Einbruch der Dunkelheit. Bis dahin bleibt Zeit, sich mit Snacks, Getränken oder Popcorn einzustimmen. Sollte Regen vorhersehbar sein, werden Ausweichorte genutzt. In Waldeck ist dann etwa eine Vorführung im Rittersaal von Schloss Waldeck vorgesehen.
31. März 2026
Wer dieser Tage durch die Brunnenallee und die Altstadt läuft, hört immer wieder Sätze wie „Komm, lass uns hier noch schnell ein Foto machen.“ Kaum jemand hat die Hände frei – stattdessen werden Handys gezückt, Motive gesucht, Perspektiven ausprobiert. Vom 29. März bis zum 26. April ist Bad Wildungen wieder Osterstadt. Denn der Osterschmuck hängt wieder. Ein Spaziergang entlang der Brunnenallee zeigt schnell: Hier geht es nicht nur ums Gehen. Es ist ein Schlendern, ein Stehenbleiben, ein Schauen. Immer wieder bleiben Menschen stehen, zeigen auf die geschmückten Figuren, lachen, posieren. „Das ist ja richtig schön geworden dieses Jahr“, sagt eine ältere Frau und bleibt vor dem Kurschattenbrunnen stehen. Tausende bunte Ostereier schmücken Bäume, ziehen sich als Ketten durch die Brunnenallee und setzen auch in der Altstadt farbige Akzente. Besonders die Wildunger Brunnen sind aufwendig dekoriert – mit Bögen aus Eierketten, Blumen und vielen kleinen Details. Sie werden zu Blickfängen, vor denen sich immer wieder kleine Menschentrauben bilden. Doch nicht nur die Brunnen ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Entlang der Wege tauchen bepflanzte Figuren auf – etwa eine Entenfamilie aus Frühlingsblumen, große bunte Eier auf den Wiesen oder kunstvoll angelegte Beete in Formen und Mustern. Pünktlich zum Frühlingsauftakt lädt am Sonntag auch ein verkaufsoffener Sonntag zum Bummeln ein – und bringt zusätzlich Leben in die ohnehin gut gefüllte Innenstadt. Je weiter der Weg durch die Allee führt, desto deutlicher wird: Der Osterschmuck ist nicht nur Dekoration, er verändert das Tempo. Menschen laufen langsamer, schauen genauer hin, kommen ins Gespräch. Kinder zeigen auf besonders große Eier, laufen von einem Motiv zum nächsten. Immer wieder sind Sätze zu hören wie „Guck mal da drüben“ oder „Hier ist es noch schöner“. Mit viel Handarbeit zum Osterschmuck Dass das alles so selbstverständlich wirkt, ist das Ergebnis vieler Wochen Arbeit. Seit Wochen wird bei Angelika Lötzer und ihrem Frauenteam fleißig eingefädelt. Sie bereiten den Brunnenschmuck vor, bohren in Handarbeit kleine Löcher in Tausende Eier, fädeln sie auf und sorgen dafür, dass später jedes einzelne seinen Platz findet. „Da steckt richtig viel Arbeit drin“, sagt Frank Volke, Vorsitzender des Altstadtvereins. „In diesem Jahr haben wir noch einmal 5000 Eier zusätzlich vorbereitet – alle per Hand gebohrt und aufgefädelt, damit sie aufgehängt werden können.“ Insgesamt bedeutete das rund 10.000 gebohrte Löcher – pro Ei zwei. Was einst klein begann, ist längst zu einem festen Bestandteil des Frühlings in Bad Wildungen geworden – und zieht jedes Jahr zahlreiche Besucher an. Seit fast drei Jahrzehnten zeigt sich die Stadt im Frühling als farbenfrohes Osteridyll. 1997 hat alles klein angefangen, aus ersten, dezenten Dekorationen wurde ein echtes Erfolgsmodell, das längst über die Region hinausstrahlt. Oben am Fürstenhof öffnet sich schließlich der Blick über die Brunnenallee. Direkt daneben plätschert ein geschmückter Brunnen. Wieder bleiben Menschen stehen, erneut werden Fotos gemacht.
31. März 2026
Der Bagger steht bereit, die Schaufeln liegen daneben – mitten im Neubaugebiet von Odershausen wird an diesem Sonntag nicht gebaut, sondern gefeiert. Zum 140-jährigen Bestehen pflanzt der Männergesangverein 1886 Odershausen an diesem Tag eine Eiche. Rund 100 Besucher verfolgen die Aktion. Zunächst hebt ein Bagger ein großes Loch aus, dann übernehmen Felix Rohlfs und sein Vater Carsten. Die junge Eiche wird eingesetzt – doch ganz gerade steht sie noch nicht. Also wird wieder geschaut, ein Stück gedreht, noch einmal Erde gelöst, neu ausgerichtet. Mehrmals gehen die beiden um den Baum herum, prüfen den Stand aus verschiedenen Blickwinkeln, bis schließlich alles passt. Mit viel Geduld wird Erde aufgefüllt und festgetreten, immer wieder nachjustiert. Auch andere Helfer packen mit an. Es ist eine Arbeit, die Zeit braucht – und genau die nimmt man sich an diesem Tag. Möglich wurde die Pflanzaktion durch mehrere Sponsoren, eine Infotafel soll künftig an das Jubiläum erinnern. Musikalisch begleitet wird die Aktion vom Posaunenchor Odershausen. Nach dem Einpflanzen versammeln sich die Sänger vor der Eiche: Zuerst erklingt „Alt wie ein Baum“, anschließend das „Waldecker Lied“ – gemeinsam mit dem Posaunenchor. Viele Besucher bleiben stehen, hören zu, einige singen mit. Die Stimmung ist ruhig und feierlich. Die Pflanzaktion ist der Auftakt für mehrere Veranstaltungen im Jubiläumsjahr. Bereits am 26. April steht ein Boßeln an der Grillhütte in Odershausen auf dem Programm – ein geselliger Volkssport, bei dem Mannschaften eine Kugel mit möglichst wenigen Würfen über eine festgelegte Strecke bewegen. Am 3. Mai folgt das Maibaumstellen auf dem Dorfplatz. Höhepunkt wird das Festwochenende vom 18. bis 20. September im Schützenhaus in Odershausen sein. Der Männergesangverein zählt aktuell 22 aktive Sänger – von jungen Mitgliedern ab 18 Jahren bis zu Sängern im Alter von 89 Jahren. Er ist der älteste Verein in Odershausen und prägt das Dorfleben seit Generationen. „Gerade diese Mischung aus Erfahrung und Nachwuchs macht unseren Chor bis heute aus“, sagt der Vorsitzende Carsten Rohlfs. „Auch in Zukunft wollen wir neue Sänger gewinnen und die Gemeinschaft weiter stärken.“ Auch Sänger aus den Männergesangvereinen aus Bergheim und Wellen waren bei der Pflanzaktion dabei und unterstützten den Jubiläumsauftakt musikalisch.